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18.07.2009 - Demo in Berlin nach brutalem Nazi-Übergriff

Am frühen Sonntagmorgen des 12. Juli verletzten vier Neonazis einen 22jähirgen Neuköllner am S-Bhf. Frankfurter Allee lebensgefährlich. Die vier Täter waren kurz vorher schon aufgefallen als sie eine verbale und tätliche Auseinandersetzung mit zehn Jugendlichen, die alternativ gekleidet waren, suchten. Die Jugendlichen konnten sich wehren und gefahrlos entfernen. Danach pöbelten die Neonazis willkürlich Passanten an, die sich im Gang zwischen S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee befanden. Schlugen und traten um sich. Bis sie letztlich in dem 22-jährigen linken Jugendlichen, der auf dem Weg zur S-Bahn war, ihr Opfer fanden.

Auf diesen prügelten die vier Männer so lange ein, bis er das Bewusstsein verlor. Einer der Neonazis zog den wehrlosen Neuköllner dann auf den Gehweg, legte ihn mit dem Gesicht nach unten ab und trat mit dem rechten Fuß auf dessen Hinterkopf. Die Berliner Polizei meldete, dass der 22-jährige mit einem Jochbeinbruch, schweren Prellungen und Hirnblutungen in ein Krankenhaus kam. Die Täter wurden festgenommen.

Ein Wochenende in der „Weltstadt“
Dieser grausame Übergriff reiht sich in eine schaurige Statistik rechter Gewalt in Berlin ein. So wurden erst Freitag in Spandau zwei Menschen durch Neonazis aus rassistischen Gründen so schwer mit Messern verletzt, dass sie ins Krankenhaus mussten. Am Samstagabend wurde in Hellersdorf ein 46 Jahre alter Mann wegen seiner Hautfarbe rassistisch beleidigt und ihm eine Bierflasche gegen den Kopf geschlagen.

Mörderische Tradition
Besonders der S-Bahnhof Frankfurter Allee hat traurige Berühmtheit als Schauplatz unzähliger rechter Übergriffe. Meist ist es das Publikum der Großraumdisko Jeton, die auf dem Nachhauseweg Streit mit dem alternativen Friedrichshain sucht. Letztes Jahr im März kam es hier zu einem versuchten Mord. Eine Rassistin stieß einen Migranten auf die S-Bahn Gleise. Der Mann wurde durch Passanten aus dem Gleisbett gerettet, die Frau wurde zu 3,5 Jahren Haft verurteilt. Die Ecke ist außerdem durch den Mord an dem Hausbesetzer Silvio Meier vorbelastet. Er wurde 1992 von Neonazis mit Messerstichen am U-Bhf. Samariterstraße umgebracht - an ihn erinnern Antifas jedes Jahr im November und mit einer Gedenktafel.

Verantwortung übernehmen
Man kann nicht die Augen davor verschließen, dass auch hier, im als alternativ geltenden Friedrichshain, Neonazis immer wieder zuschlagen. Man kann sich auch nicht darauf verlassen, dass andere die Probleme lösen. So haben die Verbote von rechten Gruppierungen in den letzten Jahren nichts an den nächtlichen Ausflügen der selbsternannten „Rächer für Nation und Rasse“ geändert.

Die Forderung nach solchen Angriffen kann nicht lauten „Mehr Kameras! Mehr Polizei! Ausgangssperre! Mehr Bewaffnung für alle“. Vielmehr entscheiden wir im sozialen Miteinander was aus diesem Stadtbezirk wird. 250.000 Friedrichshainer und Kreuzberger werden das doch wohl hinkriegen.

Die Clubs und Bars, die rechte Sprüche und Symbole dulden; die Passanten die geduckt an pöbelnden Gruppen vorbeilaufen und hoffen nicht selbst Opfer zu werden; die Autos die widerspruchslos schnell vorbeirauschen; die Gewerbetreibenden, die ängstlich hinter ihren Scheiben in die Nacht starren und die vielen Partygäste, die hier jede Nacht unterwegs sind. Sie müssen ihre Verantwortung wahrnehmen. Hinschauen, Eingreifen, Helfen!

Antifa Demo gegen Neonazis im Kiez
Samstag, 18. Juli 2009, 18.00 Uhr
Bersarinplatz, Berlin Friedrichshain
(U-Bahn-Haltestelle Frankfurter Tor)

http://www.antifa-fh.de.vu/

 
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